Genesis hat geschrieben:Es soll mal alles wieder balanciert sein und richtig funktionieren.
Genesis,
du bist doch nun wirklich lange genug dabei, um zu wissen, dass das nie der Fall sein wird

Alles ballanciert und funktionierend... hihi..
Die Vorstellung, dieser Zustand könnte irgendwann einmal eintreten, habe ich längst beerdigt. Damals, am Anfang des Projekts Sigena, dachte ich im Angesicht der unglaublichen Mengen von Arbeit allerdings auch noch, es würde niemals über das Rumgespiele auf einem privaten server hinaus gehen. Es kamen (und gingen *sniff*) aber viele, die immens viel für den shard getan haben und so wurde dann tatsächlich noch was Vorzeigbares draus.
Ohne mich selbst beweihräuchern zu wollen, aber so tierisch sich einzelne auch reingehängt haben - Camulos, Sulimo, Valas, Wotan, um nur einige zu nennen -, sie haben alle früher oder später die Segel gestrichen. Der einzig verbliebene und konstant durcharbeitende Verrückte bin ich. Zweimal war ich ganz kurz davor, hinzuschmeißen, aber ich habe mich der Sache dann doch so verpflichtet gefühlt, dass ich weiter machte. Und es kann ja durchaus auch Spaß machen.
Womit ich zur Beantwortung deiner Forderung komme. Ich habe lange Zeit nach der Perfektion gestrebt, wollte jeden Fehler möglichst innerhalb von 24 Stunden nach der Meldung ausmerzen, habe Kollegen, die sich nicht genauso extrem engagierten wie ich auch schon mal missmutig beäugt, habe mir immer wieder auch die fiesen Fehlermeldungen geschnappt, die stundenlanges Recherchieren bedeuten und keinen, aber auch
gar keinen Spaß machen und am Ende häufig genug zu der Erkenntnis führten, dass es sich nicht um einen Programmierfehler handelt, sondern die Schufterei völlig umsonst war. Nachdem nach und nach alle coder das team verließen, blieb schließlich wirklich alles an mir allein hängen.
Das Pensum
konnte ich nun wirklich nicht mehr bewältigen, egal wie viele Nächte und Wochenenden ich mir um die Ohren schlug. Es frustriert natürlich, ganz allein da zu hocken und immer wieder gegen die Windmühlen anzureiten. Abgesehen vom "Vereinsamungsfaktor" tat die Erkenntnis, dass ich allein niemals alles bewältigen kann, egal wie extrem ich meine abendlichen Arbeitstunden auch ausdehne, ein Übriges. Um nicht jede Motivation zu verlieren, nahm ich mir schließlich die Freiheit, nicht mehr nur zu arbeiten, sondern mir ab und zu auch etwas zu gönnen, das
mir Spaß macht - Minensuche, Daidalos, Architect oder das Projekt, das ich wegen Architect unterbrochen habe und das ich nach dessen Abschluss fertig stellen werde zum Beispiel. Außerdem fragte ich mich, warum ich mich eigentlich so verrückt machen sollte. Alle staffies quittieren - häufig genug wortlos - den Dienst, ich baue dungeons die keiner besucht, programmiere Spiele die keiner spielt, Spieler verschwinden wort-, sang- und klanglos - niemand fühlt sich zu irgend etwas verpflichtet. Warum also ich? Ich habe nach wie vor den Wunsch, Sigena zur Perfektion zu bringen, aber ich habe keine schlaflosen Nächte mehr, weil das Bugforum vier Seiten lang ist.
Heulen ist kein Argument.